Frischkäse, der im Flämischen auch als Platte Kaas und in den Niederlanden als Kwark bezeichnet wird, war früher ein Favorit auf meinem Frühstückstisch. Mit Seidentofu lässt sich im Handumdrehen pflanzlicher Frischkäse mit nur 3 Zutaten zubereiten!

Was brauchen Sie?
- Eine Packung Seidentofu
- Der Saft einer halben oder ganzen Zitrone (nach Geschmack)
- Eine Messerspitze Salz (jodiertes Meersalz, Kräutersalz oder Himalaya-Salz nach Geschmack)
In Belgien ist Bio-Seidentofu im Handel in 400-g-Beuteln (der Marken „De Hobbit“ oder „Taifun“) oder in kleinen 300-g-Kartons (Clearspring) erhältlich. Der Eiweißgehalt variiert recht stark. Daher handelt es sich hierbei nicht um ein Rezept, bei dem sehr genaue Mengenangaben gelten. Experimentieren Sie je nach Geschmack und Vorlieben mit den verschiedenen Sorten.
Seidentofu ist auch in asiatischen Supermärkten erhältlich, wird dort jedoch meist nicht aus biologischem Anbau angeboten.
So schaffen Sie das
- Geben Sie den Seidentofu in die Schüssel einer Küchenmaschine, nachdem Sie das überschüssige Wasser ablaufen lassen haben.
- Fügen Sie das Salz und den Zitronensaft hinzu.
- Verarbeiten Sie alles in der Küchenmaschine, bis eine cremige Konsistenz entsteht.
- Probieren Sie die Masse und fügen Sie gegebenenfalls noch etwas mehr Zitrone oder Salz hinzu.
Dieser frische Käse auf pflanzlicher Basis ist im Kühlschrank etwa 5 Tage haltbar.
Außerdem kann sie als Grundlage für allerlei leckere Varianten dienen.
Ein Tipp zur Textur
- Wenn Sie eine relativ glatte und cremige Konsistenz erzielen möchten, mixen Sie den Seidentofu wie oben beschrieben in einer Küchenmaschine.
- Für eine festere und leicht krümelige Konsistenz, vergleichbar mit frischem Hüttenkäse (Cottage Cheese), müssen Sie jedoch anders vorgehen. Lassen Sie den Seidentofu zunächst etwas länger in einem feinen Sieb abtropfen. Geben Sie anschließend die Zitrone und das Salz hinzu und vermischen Sie das Ganze grob mit einer Gabel.



Kaufen oder selbst zubereiten?
In Belgien sind auch einige pflanzliche Quarkersatzprodukte auf dem Markt erhältlich, sogar in manchen Supermärkten. Die Bio-Varianten, unter anderem von Provamel, sind in Bioläden und Bio-Supermärkten schwer zu finden, da diese immer noch (biologischen) tierischen Milchprodukten den Vorrang geben. Außerdem stelle ich fest, dass sie dazu neigen, schnell aus dem Sortiment zu verschwinden, weil sie sich nicht gut verkaufen.
Der klassische Quarkersatz von Alpro aus dem normalen Supermarkt (Alpro Greek Style) enthält in seiner „Naturvariante“ sage und schreibe 14 Zutaten, darunter Zucker (!) und eine ganze Reihe von Konservierungsstoffen, um dem Produkt eine lange Haltbarkeit in den Regalen zu garantieren. Wenn ich diesen esse, reagiert mein Gaumen äußerst ablehnend.
Warum keine tierischen Milchprodukte?
Die derzeitigen Methoden zur Herstellung tierischer Milchprodukte sind sehr umweltbelastend und ressourcenverschwendend. Zudem basieren sie auf der gnadenlosen Ausbeutung von Tieren. Neugeborene Kälber, Zicklein oder Büffelkälber werden sofort von ihren Müttern getrennt, da die Milch für den menschlichen Verzehr entzogen wird. Es ist ein qualvoller Kreislauf aus erzwungener Besamung, erzwungener Geburt und wiederholter Unterbrechung der Mutter-Kind-Bindung, den die Muttertiere immer wieder durchleben müssen. Bis sie nach wiederholten Schwangerschaften und der Abgabe von Tausenden und Abertausenden Litern Milch zum Schlachthof geschickt werden. Das finde ich unglaublich grausam und nicht mehr mit unserem heutigen Zivilisationsstand vereinbar.
Zudem wird Milch als viel gesünder dargestellt, als sie in Wirklichkeit ist. Milchprodukte wirken entzündungsfördernd und stehen im Verdacht, bestimmte Krebsarten zu begünstigen. Auch die Behauptung, man brauche tierische Milchprodukte wegen des darin enthaltenen Kalziums, ist ein Marketing-Mythos. Dass erwachsene Menschen immer noch Muttermilch einer anderen Tierart trinken, ist völlig absurd.
Die Lebensmitteltechnologie entwickelt sich rasant weiter, und es sieht so aus, als würde die gesamte klassische Milchwirtschaft langsam verschwinden. Wer in Zukunft noch tierischen Käse und andere Milchprodukte essen möchte, muss damit rechnen, dass diese in naher Zukunft durch Fermentationsprozesse in Tanks hergestellt werden. Ausgangspunkt dafür ist eine begrenzte Menge tierischer Stammzellen oder Substanzen. Das Tier wird endlich aus der Knechtschaft der Milchproduktion und der Ausbeutung durch den Menschen befreit werden.
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